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Hallo Werner,

Ich habe leider traurige Nachrichten.

Lucky wurde gestern Abend eingeschläfert.
Wir haben seit ca. 2,5 Wochen gegen eine Gastritis gekämpft, die sich letztendlich wahrscheinlich als Tumor entpuppt hat.

Ich danke dir an dieser Stelle nochmals dafür, dass du uns damals geholfen hast und so den Grundstein für unsere schöne Zeit gelegt hast!
Wir konnten leider kein neues Zuhause für Lucky finden. Auch DANKE dafür, dass du ihm auf deiner Internetseite eine Chance bei den Notfällen gegeben hast.

Anbei sende ich dir noch eins von Luckys schönsten Bildern aus dem letzten Sommer.

Liebe Grüße,
Kathrin Schug  

Liebe Kathrin,

ich möchte an dieser Stelle mich bei Dir für deinen aufopfernden Einsatz bedanken, mit dem DU Lucky durch die Jahre begleitet hast. Wenn Du auch Lucky nicht zu Dir nehmen konntest, so warst Du sicherlich der Sonnenschein in den vergangenen Jahren für Lucky. Jede Stunde die Du für ihn gekämpft und gelitten hast  hat er Dir sicherlich auf seine Art gedankt.

Liebe Grüße
Werner






Wie gewünscht schicke ich dir mal einen kurzen Werdegang von Lucky... (ist leider etwas zu lang geworden, aber ich habe immer so viel zu erzählen, wenn es um ihn geht)


Vor etwa 1,5 Jahren, im Mai 2009, haben mein Freund und ich uns einen kleinen armen Hund im Tierheim Bottrop angenommen - sein Name ist Lucky und er war damals wirklich sowas wie eine "verlorene Seele".
Er ist futterneidisch und hatte zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Menschen im Tierheim gebissen. Ein klares Muster war nicht immer erkennbar. So übernahmen wir Lucky, der zu diesem Zeitpunkt schon seit ca. 1 Jahr im Tierheim saß. Seine Vorbesitzer gaben in als Vorsichtsmaßnahme ab, weil man sich um das 3jährige Enkelkind sorgte. Gebissen hat er zuhause aber nicht!

Unsere Verhaltensregeln für die Spaziergänge waren: Nicht anfassen, nicht in die Augen gucken, nicht ansprechen.
Auf diese Art und Weise liefen wir ein paar Wochen neben dem Hund mit den stumpfen, misstrauischen Augen und der Gleichgültigkeit gegenüber uns Menschen her... bis wir uns dachten: ein bisschen Spaß muss sein! Da Lucky leidenschaftlich gerne Ball spielt, haben wir Bälle mit zum spazieren genommen und diese immer mit dem Fuß weggekickt, als er sie wieder vor unsere Füße legte. Auf diese Weise haben wir die Spaziergänge spaßiger gestaltet und sein Interesse für uns geweckt. Irgendwann kehrte auch der Glanz in seine Augen zurück! Eine gewisse Sympathie auf beiden Seiten war geschaffen... aber Vertrauen noch nicht.
Die Rückmeldung aus dem Tierheim lautete, dass er durch die regelmäßigen langen Spaziergänge schon ruhiger und ausgeglichener erscheint... ausgelastet war er nämlich sowohl körperlich als auch geistig nicht - und das kann ja auch Aggressionen aufbauen.

Zu diesem Zeitpunkt lernten wir Werner durch einen Zufall im Wald kennen. Er erkannte sofort, dass Lucky kein aggressiver Hund und auch kein Angstbeißer ist und konnte ihm schon beim ersten zufälligen Treffen beim Vorbeigehen über den Rücken streicheln. Zu diesem Zeitpunkt war es schon Juli geworden.
Werner traute sich, uns zu helfen und zum 1. Mal stellte jemand positive Erwartungen an Lucky.  Ein Termin wurde vereinbart und kurze Zeit später trafen wir uns im Tierheim.

Was soll ich sagen? Eine einzige Stunde Training mit Werner hat das Eis zwischen Lucky und uns gebrochen und eine Vertrauensbasis geschaffen, die wir seitdem Schritt für Schritt weiter ausbauen konnten! Ohne Werner würden wir heute vielleicht immernoch ängstlich und verständnislos neben Lucky durch den Wald laufen!!!

Es war so, dass sich Lucky nur von einer einzigen Mitarbeiteren im Tierheim an- und ableinen ließ. Dieser Vorgang an sich war im unangenehm. Werner ging im Wald mit Leine zu Lucky hin... der hat ihn auch lautstarkt gewarnt, aber als Werner nicht zurückging mit dem Ding, biss er zu! :-o Aber was war das? Anstatt wie andere Menschen zu reagieren, hat Werner diese Sache mit Lucky selber geklärt und gewonnen! Respekt! (dachte sich der Hund wahrscheinlich auch)
Als Werner Lucky ca. eine halbe Stunde kannte, suchten wir uns ein gemütliches Plätzchen und haben versucht, Lucky anzufassen. Mann, hatte ich Schiss!!!
Werner lag sogar auf dem Boden, d.h. er hätte nicht flüchten können. Aber Lucky hat es sichtlich genossen, mal im Mittelpunkt zu stehen. Das Anfassen von Werner nebenbei hat er so hingenommen und brav mit dem Ball gespielt. Von Aggressionen war keine Spur zu erkennen. In dieser Stunde fingen mein Freund und ich an, Lucky am Kopf zu berühren und zu streicheln, während wir ihn mit Leckerchen füttern.
Er hat es ohne meckern mitgemacht und ab da war das Eis gebrochen!!!
Als Hausaufgabe gab Werner uns auf, Lucky oft mit der Leine und speziell dem Karabiner zu konfrontieren.

Aufbauend auf diese Trainingseinheit haben wir weitergemacht. Anfangs hat Lucky die Streicheleinheiten nur wegen der Leckerchen ertragen. Irgendwann fing er an, Gefallen daran zu finden und er erinnerte sich nach und nach daran, was vor dem Jahr "Isolation" im Tierheim war. Er fing zaghaft auch an, Streicheleinheiten einzufordern, sie zeitlich auszudehnen und auf andere Körperteile zu verteilen. Richtig toll!!!

Im Oktober 2009 war es dann endlich soweit - wir konnten ihn überall anfassen - sogar am Hals und am Halsband - und wir wagten es, ihn abzuleinen! Hat geklappt!!! Zwar gab es oft noch Tage, an denen er gegrummelt hat oder es das eine oder andere Mal nicht wollte - aber gebissen hat er dabei nie und im Nachhinein fiel mir an der Situation immer der eine oder andere Störfaktor auf... mittlerweile haben wir ein festes Ableinritual, das er auch akzeptiert - wenn auch nicht gerne, aber er macht tapfer ohne murren mit!

Das Anleinen hat länger gedauert... im Dezember 2009 war es soweit. Bis dato verließ er den Zwinger nicht und fletschte uns an, wenn wir die Tür aufmachen wollten. Aber eines Tages war ihm das wohl zu blöd und er lief einfach zur Tür und ließ sich anleinen. Fertig. Seitdem hat es immer geklappt.

Nachdem diese beiden grundlegenden Sachen also geschafft waren, haben wir ihm immer neue Sachen beigebracht.
Wir haben ihn ans abtrocknen und ans bürsten mit einem Handschuh gewöhnt. Auch Autofahren liebt er und das an- und ableinen klappt mittlerweile auch perfekt im Garten! Gut erzogen war er schon immer, aber wir haben noch seine Gehorsamkeit ausgebaut und ihm einige Tricks beigebracht, die er mit Begeisterung ausführt. Seit neuesten kann man ihm für kurze Zeit einen Maulkorb aufsetzen. Leider hat er im Sommer einen dicken Kragen, sodass der Maulkorb nicht "pfotenfest" ist.

Im Nachhinein ist mir durch Gespräche mit anderen Leuten aufgefallen, dass alle Beißvorfälle -außer einem- in Verbindung mit Futter standen. Entweder wollte man an sein Futter im Zwinger oder an Futter, das auf dem Boden lag und "ihm gehörte". In solchen Situationen darf man das einfach nicht und wenn man das weiß und darauf achtet, kann man auch super mit ihm klarkommen. (Einmal hab ich beim Bürsten auch nicht aufgepasst und ihm "gestört" - man muss das einfach wissen und darauf achten können)
Der eine andere Beißvorfall war während des Ableinens - ich weiß nicht, was da falsch lief... wahrscheinlich hat ihn irgendwas irritiert und die Bindung zu diesem Spaziergänger war nicht stark genug, um ihn das aushalten zu lassen... ist meine Einschätzung.
Er fletscht auch sehr und würde beißen, wenn er in die Ecke gedrängt wird und nicht anders weg kann - das habe ich einmal bei einem fremden Mann im Wald beobachtet, der nicht auf mich hören wollte. Aber wenn Lucky eine Fluchtmöglichkeit hat, ergreift er sie auch. Und ganz ehrlich: Muss das andere denn sein???

Im Januar 2011 wird er kastriert - denn an einen Maulkorb konnten wir ihn mittlerweile auch gewöhnen und daher kann die nötige Kastration endlich durchgeführt werden. Im Moment hat er einen chemischen Chip, der das gleiche bewirkt. Seitdem er den hat, ist er schon ruhiger geworden und ist in der Lage, sich Ruhepausen zu gönnen, wenn er welche braucht. Er steht nicht mehr ständig unter Strom, sondern kann auch müde werden.


Ich hoffe, dass Lucky dann doch noch eines Tages sein Glück bei lieben Menschen findet! Er hat es wirklich verdient! Mit seinen ca. 11 Jahren gehört er noch lange nicht zum alten Eisen und er ist, wenn man den Futterneid händeln kann und stetig mit ihm arbeitet, ein toller, lieber Hund, der sich nach Liebe und Aufmerksamkeit sehnt! Fragt Werner! Der wird euch bestimmt bestätigen, dass er ein "fast normaler" Hund ist! Man muss nur Regeln aufstellen und beachten, ihn lieb haben und das gewisse Etwas mit einer Portion Wagemut mitbringen... ;-)
Er hat es verdient, denn er braucht jemanden, der täglich mit ihm spielt, schmust und lieb hat! Er ist sooooo ein toller, lieber, lustiger Kerl!!!

Ich denke nicht, dass andere Leute nochmal die gleiche Zeit wie wir brauchen, um sein Vertrauen aufzubauen, aber eine gewisse Zeit muss man ihm schon geben. Er lernt unheimlich gerne neue Leute kennen und spielt auch sofort mit ihnen und sucht Aufmerksamkeit - nur eben noch nicht anfassen... Innerhalb meiner Familie bewegt er sich frei und freundlich und hört sehr gut auf jeden. Besonders scheint er die Nähe von Männern zu suchen. Vielleicht, weil die etwas mehr Autorität ausstrahlen, als wir Frauen?

Liebe Grüße!
Kathrin


Einige kleine Ergänzungen, die aber mit dem Gesamteindruck nichts zu tun haben.

Ich fand Lucky vom ersten Augenblick an süß. An die Probleme wollte ich gar nicht so recht glauben, da ich ihn schon beim ersten Kontakt streicheln konnte.

In der ersten Stunde, nachdem er eigentlich nur einen positiven Eindruck machte, wollte ich Lucky dann auch mal die Leine abnehmen. Nun das mochte er nicht und hat durch knurren gewarnt nach der Devise „Lass das sein“.  Ok, wir haben uns dann dahingehend geeinigt, ich lasse ihm seine Leine und er mir meine Finger.  Trotzdem haben wir dann eine lange Zeit miteinander gespielt. Bewusst habe ich den Ball immer so gelenkt, dass er Körperkontakt haben musste. Mal mit dem Bein, mal mit der Hand. Leckerchen nahm er auch ohne Probleme und ließ es zu, dass ich ihn dabei streichelte. So ging die Stunde dahin und auch Kathrin und ihr Freund trauten sich dann schließlich mit ihm zu spielen und freuten sich das der Kleine auch bei ihnen ausschließlich positiv reagierte. Irgendwann haben wir dann leider die Stunde abbrechen müssen und sind wieder zum Tierheim gegangen. Da Kathrin mir berichtete das man Lucky nicht bürsten konnte, ließ ich mir aus dem Tierheim eine Bürste bringen. Kaum sah er diese, rastete er völlig aus und hat mich in die Hand gebissen. Ok, Bürste wieder weg schnell ein Tuch um die Finger  und schon konnte ich Lucky wieder streicheln. Meine Empfehlung war dann: Vertrauen aufbauen , Vertrauen aufbauen, Vertrauen aufbauen. Das haben Katrin und ihr Freund dann auch getan und wie man ihrem Bericht und den Bildern entnehmen kann ist Lucky ein freundlicher und liebenswürdiger Hund in „fast“ allen Situationen geworden. In der langen Zeit hat Kathrin immer mal wieder Kontakt aufgenommen um sich den einen oder anderen Tipp zu holen. Zusammenfassend möchte ich noch sagen,  kommt Lucky aus dem Tierheim heraus, wird er sich zu einem treuen und zuverlässigen Begleiter für eine noch wahrscheinlich lange Zeit entwickeln. Da er ja im Tierheim nicht ständig eine Person seines Vertrauens hat, dauern die Prozesse „Zuneigung gewinnen“, „Vertrauen fassen“,  „Erziehung“ sehr lange.  Wenn sich jemand bereit erklärt Lucky zu nehmen, kann derjenige kostenlos Trainingsstunden bei mir erhalten um einem potenziellen Halter und Lucky einen schnelleren Einstieg zu verschaffen.